10:00 Uhr News – Zu Besuch beim 47. Cenhelm

Cenheim (cpa) – Nichts bewegt sich in den frühen Morgenstunden innerhalb des durch den Frühnebel verhangenen Liegenschaftsbereiches des 47. Cenhelmer Panzerregimentes. Die großflächige Kasernenanlage wirkt wie ausgestorben und die zahllosen Panzerhallen wie leergefegt. Wie ein großes schlummerndes Raubtier liegt die Kavalleriekaserne dort und schmiegt sich ruhig an die weitläufige Kante des angrenzenden Mischwaldes und wartet scheinbar darauf von Beute geweckt zu werden. Das der Bestie offenbar die Zähne gezogen wurden, wird erst auf den zweiten Blick mehr als deutlich. Wenige desillusionierte Soldaten mit verstörtem Blick und hängenden Schultern stehen als die letzten ihrer Art am Tor, der wie ausgestorben wirkenden Militärbasis.
„Plötzlich gab es einen riesen Lärm und die Sirenen heulten auf – dann ging alles ganz schnell.“ berichtet Feldkanonier Woolman wahrheitsgetreu, während er den Riemen seines Mark III Scintilla Schema Lasergewehrs wieder zurecht schiebt. „Die Panzer rollten heraus, Männer wurden verladen und die Offiziere brüllten noch mehr als sonst. So sicher wie sicher.“ klagt der Zurückgelassene verständnislos. Feldkanonier Woolman ist einer der wenigen die nicht mit an die Front durften, seitdem bekannt wurde, dass die Orks den Planeten angreifen. Ein tapferer junger Soldat der um die Gelegenheit gebracht wurde seinen Mann stehen zu dürfen. Während er sich wachsam nach einem der wenigen noch vor Ort befindlichen Vorgesetzten umblickt spricht er weiter: „In all der Hektik haben sie Joseph erschossen – dabei wollte er gar nicht fliehen. Als der Befehl zum Ausrüsten kam, rannte er nur in die falsche Richtung, weil der Quartiermeister ihm einen Block auf der anderen Seite zu gewiesen hatte. Schuld war ein Wasserschaden… aber erklären Sie das mal dem Kommissar? Gefährliche Sache sowas, dass sag ich Ihnen. Da kracht es wie bei einer Strandhaubitze. So sicher wie sicher.“

(Quelle: Senf)
Hier das Wappen des 47. Cenhelm. (Quelle: Senf)

Dank unseres Presseausweises der Kategorie Delta  wurden wir eingelassen. Ein letzter Leman Russ steht auf einer der Wartungsrampen und wirkt bald noch einsamer als die Männer am Tor. Maschinenwart erster Klasse Hemingsworth reibt sich die Hände mit einem ölverschmierten Lumpen sauber, während er zu dem seiner Obhut anvertrauten Stahlkoloss empor blickt. „Das alte Schätzchen hat schon ’n paar Jährchen auf’m Buckel, wa?. Ist ’n verdammter Jammer, dass se se nich mitjenommen hab’n.“ Resignation und Unverständnis beschreiben die Stimmung innerhalb des Kasernenzauns wohl am besten. „Die verdammt’n Orks, wa? Tät mich wundern tun wenn’s so wär. Was soll’n ’n die stinkend’n Grünhäute bei uns wollen, wa? Sowas hät’s hier ja noch nie jegeben.“ Der Pfleger des Maschinengeistes schüttelt den Kopf. Nur ein paar Tage mehr und „Josephine“, der stolze Leman Russ Kampfpanzer, hätte mit an die Front gedurft, doch stattdessen hütet sie nun wohl das Heim. Wie eine alte und geliebte Freundin wird das tonnenschwere Kettenfahrzeug mit dem öltriefenden Lappen gestreichelt. Leider konnten wir aus dem Maschinenwart nicht noch mehr heraus bekommen – zu groß sei die Angst vor Major Stirling und seinen Kettenhunden. Die Männer und Frauen des 47. Cenhelm sind loyale diener des Imperiums und wollen, dass dieser Eindruck auch bestehen bleibt.

Unser Termin beim stellvertrenden Kasernenkommandanten Major Stirling war ebenfalls sehr aufschlussreich. Der Mittvierziger mit über einem dicken Monokel zugekniffenem Auge und adrett sitzender Uniform, wirkte auf uns wie der Inbegriff des Cenheimer Soldatentums. Die knorrigen Finger des adligen Veteranen aus bestem Hause spielten am Heft seines reichhaltig verzierten Kavalleriesäbels, während er dem Rehporterteam gegenüber Stellung bezog: „Selbstverständlich sind wir stolz hier in Etappe dienen zu dürfen um die tapferen Truppen an der Front mit all dem zu versorgen was sie benötigen. Es ist unsere verdammte Pflicht – außerdem muss die Kaserne bewacht werden.“ Auf die Frage was denn noch zu bewachen sei und womit man der Front, aus der wie geplündert wirkenden Kaserne, noch zur Hilfe komme könne, antwortete der Stabsoffizier ergeben und prompt: „Lächerlich! Vollkommen lächerlich! Allein diese Frage. Da fällt einem ja die Goldtrasse von der Schulter. Sie Schlingel – mich locken sie so nicht hinter dem Panzer hervor! Was wir hier bewachen? Das Imperium der Menschheit – das bewachen wir hier, und wissen sie auch womit? Mit Recht tun wir das. Der Imperator hat ein Anrecht auf ordentliche und vorschriftsgemäße Bewachung seiner Panzerkasernen – oder wollen Sie ihm das in Abrede stellen!?“
Natürlich gestanden wir dem von allen geliebten Gott-Imperator sein Recht auf gut bewachte Kasernen zu und verabschiedeten uns dann auch alsbald. Ein grimmig dreinblickender Herr mit einer schwarzen Schirmmütze begleitete uns noch zum Tor – zu unserer eigenen Sicherheit, wie er eindringlich betonte. Die grobschlächtige Pistole in seiner Hand ließ keinen Zweifel an einer vorherrschenden Bedrohungslage offen.

Mit einem zackigen „Für den Imperator! Für das 47.! Für Cenhelm!“ wurden wir mit dem Knall aneinander krachender Stiefelhacken verabschiedet. Um das Imperium brauchen wir uns auch weiterhin nicht zu sorgen!

Für den Imperator und das 40.000 Rehlenium.

senf

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