10:00 Uhr News – Antragschaos in Cenheim (WH40k Schattenjäger)

Cenheim (cpa) – Seit dem verschwinden des von der Gesellschaft sehr geschätzten Imperialen Scholar Oberamtsrates W. Woolf ist in Cenheim das Antragschaos ausgebrochen. Der als überaus korrekt und bürokratisch zu bezeichnende Mann verschwand am gestrigen Abend annähernd spurlos. Lediglich ein eingestürztes einundvierzig Stockwerke hohes Regierungsgebäude scheint über das Verschwinden hinaus ein Anhalt dafür zu sein, dass etwas nicht stimmen könnte. Die Stadtverwaltung des viktorianischen Metroplexes hat mit W. Woolf eindeutig ihren besten Mann verloren und bereits eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Sogar die Rundfunkanstalten haben in einigen Sondersendungen die Bevölkerung dazu aufgefordert nach dem letztjährigen Gewinner des „Bürokratie Verwaltungs und Amtsblatt Preises“ zu Cenheim Ausschau zu halten.

vermisst_01Miss Norring (17) aus East Cenheim, die Sekretärin des verschollenen Trägers des Formularordens am langen Band, ist nahezu verzweifelt. „Wir wissen nicht wie wir nun weiter machen sollen. Täglich kommen neue Anträge und Forderungen seitens der Bevölkerung rein und es befindet sich niemand im Hause der qualifiziert ist diese Anschreiben sachgerecht zu beurteilen. Nicht einmal unsere Standardbearbeitungszeit von rekordverdächtigen 24 Wochen werden wir künftig einhalten können. Wir haben nun beschlossen erstmal alles zu genehmigen was so rein kommt – Mr. Woolf hätte es sicher so gewollt.“ Die Dame bricht erneut in Tränen aus und schneuzt geknickt in ein original Taschentuch© der Rehdaktion. „Vielleicht meldet er sich ja auf ihren Artikel – der Imperator steh uns bei.“

Wie Sie der Aussage der pflichtbewussten Ms. Norring sicher entnehmen können erwächst aus dem tragischen Abhandenkommen useres lieblings Verwaltungsbeamten noch ein viel größeres Problem:

(Quelle: http://www.landkreis-ansbach.de, 2015)
(Quelle: http://www.landkreis-ansbach.de, 2015)

Ein wichtiges Bindeglied in der Kette zwischen Antragstellung und Umsetzung wurde aus dem Verwaltungsapparat der Weltregierung gerissen, so dass immer mehr irrwitzige und teilweise sogar mit Rechtschreibfehlern ausgefüllte Anträge verschiedener Behörden und sogar der Bevölkerung einfach genehmigt werden.

Im westlichen Teil der Stadt befindet sich so beispielsweise ein Imperatortempel im Bau, welcher nicht einmal die vorgeschriebene Mindestdeckenhöhe von 150 imperialen Standardmetern erfüllt. Entsprechend würde sich bei Fertigstellung schon ein mittelgroßer Titan des Adeptus Titanicus geringfügig ducken müssen um Zutritt zu dem unangemessen kleinen Ort der Verherrlichung zu erhalten. Schuld an dem Desaster ist ein Antrag der städtischen Zunft der Fensterputzer. Bei einem Termin mit Domusscholar Wilhelm Scott (51) erklärt uns der studierte Wissenschaftler für Imperiale Glas- und Gebäudereinigung den Sachverhalt: „Wissen se, unsre Jerüste sin einfach näch so hoch. Wir ham da janz konkrete Vorschriften die wa beachten solln, nä? Weiß jarnich wat die sich so anstelln tun, so nem Imperatorschrein dem sollten 125 Meter doch wohl mal langen können sollen? Is doch immernoch verflixt hoch die Hütte!“ Während der Gelehrte nach einem genehmigten Antrag auf Verurteilung wegen Hochbauketzerei von zwei vermummten Mitgliedern des Ministorums davon geschliffen wird, gehen wir weiter.

Der kleine von Iocanthos zugezogene Baldikin (13) hat die Nase voll. „Ich hab die Nase voll! Meine Eltern sind so spießig und doof, dabei bin ich schon dreizehn. Ständig muss ich Heim und ins Bett sobald es dunkel wird – darauf hab ich keine Lust mehr. Deshalb hab ich einen Antrag auf „nicht mehr dunkel werden“ an die Weltverwaltung gestellt.“
Nachdem auch dieser Antrag ungesehen genehmigt wurde, dürfte es auf Cenhelm schon bald heiß hergehen. Den Auftrag zur Durchführung und Umsetzung erhielt jüngst ein lokaler Held namens Lucius Redhand. Der alteingesessene Inquisitor und bekennender Xanthit nimmt es gelassen: „Ist doch überhaupt kein Problem. Ich kann den Jungen verstehen und ehrlich gesagt bin ich selbst der Meinung, dass man sich nicht alles Gefallen lassen sollte. Wie ich das „Problem“ lösen will?“ Lacht der dunkelhaarige Lebemann heiter: „Das wird ein Klacks. Wissen Sie, ich habe eh noch was gut bei meinem alten Kumpel Ar’ugraz von den Dark Eldar. Dem blassen Spitzohr hab ich vor Äonen mal bei seinem Umzug in ein anderes System geholfen und so wie wir mit der scharfkantigen Streckbank gebuckelt haben, da kann der mir jetzt aushelfen. Eine Hand wäscht dir Andere und soweit ich weiß hat er noch diese krasse Maschine um Sonnen zu klauen. Woher nehmen? Der Calixis Sektor hat doch zwei Sonnen und ich würde sagen, der Hazeroth Subsektor dürfte das doch wohl kaum bemerken, wenn wir den Stern Sekmet einfach mal ein Stück verschieben. Dann hat der kleine Baldikin auf jeder Seite der Welt eine Sonne und brauch nicht mehr ins Bett. Entschuldigen Sie, ich muss nun auch weiter – wir wollen noch eine Dämonwaffe aus dem gesicherten Archiv unter dem Ekklesiarchiepalast klauen um sie gegen diesen krassen neuen Tau Schnaps zu tauschen. Mit dem Zeug betreiben die auch ihre Schiffe! Das wird der Oberknaller!“
So verabschiedet sich der radikale Frauenheld und Lebenskünstler mit einem freundlichen Winken. Kurz darauf sehen wir nurnoch die Rücklichter seines windschnittigen Eldarjetbikes.

Amelia Faststar (25) aus Kingsburry beantragte in den frühen Morgenstunden bei der Zentralverwaltung Cenhelms, dass Kindsgeburten künftig nicht mehr schmerzhaft seien sollten. Nach der Genehmigung dieses nachvollziehbaren Anliegens, dürfte es dem Imperium künftig wesentlich leichter Fallen für Nachschub an menschlichem Material zu sorgen. Die Motivation Nachwuchs zu zeugen sollte von nun an bei den Damen des gigantischen Sternenreiches rapide ansteigen. Ein weiterer Vorteil dieser, unserer Meinung nach längst überfälligen Änderung, dürfte die damit verbundene Schaffung neuer Beamtenstellen sein. Durch den neuen Erlass und dessen künftiger Durchsetzung, wurde das hervorragend bezahlte Amt des Nativitate-Kommissars geschaffen. Die Männer in den schwarzen Uniformen und den schneidigen Schirmmützen werden schon in kürze jeder Geburt auf Cenhelm beiwohnen um die Durchsetzung dieser verblüffenden „Gegen den Gegurtenschmerz Reform“ durchzusetzen. Entsprechend werden Frauen die künftig widerrechtlich Schmerzen bei der Geburt empfinden mit empfindlichen Sanktionen zu rechnen haben, welche sich bis zur standrechtlichen Erschießung an Ort und Stelle ausprägen können.
Ein bärbeißiger, mit fleischigen Narben übersähter, Kommissar der Imperialen Armee wurde als Ausbilder für die gerade aus der Schola Progenium eingetroffenen Rekruten herangezogen. Kommissar Albrecht Totmacher berichtet uns mit kurzen Worten und zielsicherer Präzision: „Tja, bei mir können diese Maden aus der Schola noch was lernen. Ich sehe es jemandem auf 100 Yards gegen den Wind an ob er Schmerzen empfindet. Dafür gibt es deutliche Anzeichen die dem Laien möglicherweise entgehen würden, aber ich sag ihnen was: An meiner Spürnase schmuggelt keine Muschi auch nur das kleinste Zwicken vorbei!“ Mit teuflischem Grinsen zieht sich der unheimliche Mann die schwarze Schirmmütze tiefer ins Gesicht und spricht weiter: „Anzeichen für Schmerzen? Viele von denen bekommen eine Art von Nässe im Bereich der Augen. In der Fachsprache nennen wir diese Ansammlungen von Flüssigkeit „Tränen“. Die Echtheit erkennt der Fachmann am salzigen Geschmack und ich sage Ihnen, an das Zeug kann man sich gewöhnen. Ein anderes Indiz sind für mich laute Schreie. Nicht so wie jemand der vielleicht nur was rufen will – Schmerzensschreie meine ich. Hab ich schon oft gehört und die biestigen Dinger sind immer wieder ein Problem für die Moral. Kaum fängt einer an damit kriegen die anderen Angst und laufen davon. Für diesen Moment hab ich meine Boltpistole – die bellt nicht nur, die beißt auch.“
Während Kommissar Totmacher sich noch einen Schluck aus seinem mit Tränen gefüllten Flachmann gönnt und dabei mit seiner martialisch großen Boltpistole spielt, machen wir uns lieber wieder auf den Weg zurück. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass die vielen Frauen unseres Imperiums in Zukunft keine Angst mehr vor der Geburt haben müssen und dass das Kommissariat dieses wichtige neue Gesetz derart streng überwacht.

Die Rehdakrion wünscht noch einen erfolgreichen Tag und dankt dem Imperator!

Für die Rehdaktion

senf

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