[Pen&Paper Studio] Work, work…

Ich grüße alle Freunde des Würfelsports,

diesen Blogbeitrag möchte ich unserem neuem Rollenspielrefugium im Dachstudio unseres neuen Hauses widmen. Um genau zu sein möchte ich Euch hier ein wenig Einblick in jene Arbeiten geben welche schlussendlich zur annähernden Vollendung des neuen Pen&Paper Studios führten.

Im Juni 2016 haben meine Frau und ich uns ein neues Heim in Hennef zugelegt und dieses über die letzten Monate hinweg in hingebungsvoller, an Selbstaufopferung grenzender, Fleißarbeit saniert, renoviert und aufgehübscht.
Teil unseres neuen Heimes ist besagtes Rollenspiel Studio! Und dies ist die Geschichte wie es entstand…Als alles begann gab es dort lediglich einen etwas runtergekommenen Raum mit zwar viel Potential, aber jeder Menge Dinge die noch zu erledigen waren bevor man sich dort als Rollenspieler wohlfühlen konnte.
Der Raum liegt im Obergeschoss des Einfamilienhauses und hat eine große Fensterfront mit vorgelagertem Balkon, sowie eine Raumdecke die bis in den Dachgiebel reicht – Man kann also direkt und ungehindert bis ganz hoch in die Dachspitze blicken! Darüber hinaus gab es im Raum noch eine hölzerne Wendeltreppe die runter in unser Wohnzimmer führte, sowie zwei weitere Eingangstüren die einem Zugang zu dieser Räumlichkeit ermöglichten.

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Balken-Konstruktion und Innenleben

Die Treppe haben wir bei eBay an Selbstabholer verkauft (welche das Ding dann auch dankenswerter Weise abbauen durften) und das dadurch entstandene Loch im Boden danach durch ein Podest verschlossen. Das Balkengerippe welches dies ermöglichte sieht man im linken Bild noch recht deutlich. Eine Trockenbauwand in Form eines Bücherregals sorgte dann zusätzlich dafür, dass dieser Raum am Ende lediglich noch einen Eingang haben würde – Und natürlich ein hübsches hölzern massives Regal für die vielen Regelwerke diverser Systeme 😉
Wenn Ihr euch das Bild genauer betrachtet seht Ihr außerdem noch die Lattung für die Trockenbauwand hinter dem künftigen Platz des Meisters. Diese war notwendig um die Verkabelung irgendwo unterzubringen und den Stuhl des Spielleiters in einen gothischen Rundbogen einfassen zu können. In der Ecke steht das Grundgerüst des Media-Schrankes in welchem inzwischen die ganzen Strippen zusammen laufen und heute der Computer und die Schaltkonsolen für die Beleuchtung untergebracht sind.
Wie im alten Bundesrollenspielkeller sind auch hier wieder etliche Meter an HDMI, Strom, Audio und USB Leitungen verlegt worden.

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Grundgerüst des Regals als Raumtrenner

Durch die Verkablelung ist der Meister nun in der Lage von seinem Platz aus die Dimmer für die beiden Deckenspots zu steuern, die Raumbeleuchtung zu schalten und den Computer zu bedienen. Als Neuerung wurde dann an dieser Stelle auch gleich der Grundstein für die Bildschirme gelegt, auf welchen der Meister den Spielern Material zur Anschauung präsentieren kann. Im alten Keller gab es einen Bildschirm in der Raumecke und einen innerhalb des auf dem Tisch befindlichen Boards. Im Studio gibt es nun einen weiteren Bildschirm in der anderen Raumecke, so dass die Spieler am Tisch alle gut sehen können was der Meister ihnen zeigen möchte. Für die technische Umsetzung habe ich an dieser Stelle 32″ Bildschirme von LG gewählt, welche bisher in Sachen Bildqualität und Blickwinkelstabilität eine wirklich gute Figur machen. Um das Signal zu verteilen ist ein Ligawo 3080002 HDMI 1×4 Splitter im Einsatz. Dieses Gerät funktioniert, im Gegensatz zu einem günstigeren Vertreter welchen ich zuvor gewählt hatte, ganz ausgezeichnet. So gibt es nun insgesamt drei Bildschirme zur Visualisierung für die Spieler – zwei an der Wand, einer im Tisch.

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Regelgerüst mit Babyschaukel

Links im Bild sieht man nochmal das Bücherregal in seiner Entstehung. Während ich das Regal baute haben wir für unsere Tochter vorrübergehend noch eine Schaukel „installiert“ 😉 So konnte die Kleine auch dabei sein und sich nebenher noch etwas amüsieren. Diese inzwischen alten Bilder zu betrachten erinnert mich auch grade wieder daran wieviel Arbeit das ganze eigentlich gewesen ist. Vielleicht vermitteln diese Impressionen euch ebenfalls ein kleines Gefühl dafür.
Das Regal an sich ist hauptsächlich aus KVH (Konstruktions Voll Holz) Balken und Fichten-Leimholzplatten gebaut. Die Balken hatte ich mit Masse in der Stärke 80×80 mm gewählt, was vermutlich stark überdimensioniert ist. Die Regalbretter sind mit 60×40 mm Balken unterfüttert, so dass diese sich auch bei dauerhafter Belastung durch schwere Grundregelwerke nicht verbiegen sollten. img-20160805-wa0002Das nächste Bild zeigt dann schon ein fast fertiges Regal und an dieser Stelle war bis auf Schleif- und Streicharbeiten schon kaum noch etwas daran zu tun.
Man bekommt außerdem durch die etwas weiter gefasste Perspektive des Bildes ein besseres Gefühl für das „Dachstudio-Feeling“ und die etwa fünf bis sechs Meter messende Raumhöhe.

Die Trockenbauwände wurden von Bibi/Labura verputzt und farblich hervor gehoben. Überhaupt hat sie alle Malerarbeiten im ganzen Haus, vorallem aber im Studio, bravourös erledigt und ein wirklich geschicktes und fleißiges Händchen bewiesen. Alle farblichen Akzente auf den Bildern sind im Grunde ihr zu verdanken 🙂

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An der Decke haben wir für einen Steam-Punk artigen Flair Kupferrohre verlegt. Durch diese Leitungen werden allerdings weder Wasser noch Gas geführt, sondern lediglich diverse Kabel versteckt. Die Holzkisten die man an der Decke sieht sollten später als Träger für die Deckenspots (PAR 16) dienen und den Spielleiterplatz und das Whiteboard zu illuminieren. Die Wandhalterungen für die beiden Bildschirme sind ebenfalls bereits zu sehen und die Trockenbauwand samt gothischem Bogen befindet sich bereits in einem erkennbaren Zustand. Das Balkenpodest wurde bereits mit OSB Platten (22mm Stärke) gedeckt und etliche der verlegten Kabel damit darunter verborgen. Zu diesem Zeitpunkt kann man meiner Meinung nach bereits erkennen worauf es mal hinauslaufen soll.

Der gothische Bogen wurde dann von Bibi und mir mit Riemchen eingefasst um das Ganze mehr wie gemauert wirken zu lassen. img-20160918-wa0003Überhaupt haben wir so den gesamten Spielbereich auf dem Podest halbhoch in ein Mauerwerk gekleidet. Die Übergangsstellen wurden dann durch Bibi mit Putz aufgefüllt und von Hand frei modelliert.Der Schlussstein in der Mitte des Bogens trägt ein Fleur de Lis, eine französische Lilie. Diese Symbol haben wir als wiederkehrendes Stilmittel im ganzen Raum verwendet. Zum Einen weil es zeitlos ist und zum Anderen weil es natürlich auch das Symbol der Adepta Sororitas aus dem Warhammer 40.000 Universum darstellt.
Derartige Verzierungen wurden inzwischen oftmals mit Goldfarbe hervorgehoben und tragen ganz erheblich zum gesamtheitlichen Bild und Ambiente bei. Ich war schwer beeindruckt in welchem Umfang Bibi dazu in der Lage war aus einfachem Putz derartig schöne Formen zu zaubern. Auf diese Art ist es vom Materialpreis her recht günstig, aber erfordert natürlich auch jede Menge handwerkliches Geschick und vorallem Zeit.

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Zu guter Letzt für den heutigen Beitrag sieht man auf diesem Bild die große Fensterfront des Studios. In der Mitte ein von Bibi handgenähtes Banner und der zentral an der Decke durch eine dicke Kette angebrachte Kronleuchter.
Der den ganzen Raum deckende Teppich wurde hier bereits verlegt und ein schöner persischer Bidjar darauf platziert. Auch hier ist die Raumhöhe mit Blick in den Dachgiebel wieder schön zu sehen.
Auf dem Balkon das Chaos welches man zu diesem Zeitpunkt im Raum schon nicht mehr haben wollte. Die Gesamte Deckenbeleuchtung haben wir über sogenannte „Edison Glühbirnen“ umgesetzt. Diese Birnen leuchten in schönem warmem Licht und durch die geringere Glühtemperatur der Heißdrähte kann man diese sogar im eingeschalteten Zustand erkennen.

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Edison Glühbirne

Eine der Lampen habe ich mal aus der Nähe für euch abgelichtet. Diese Form der Beleuchtung leistet ebenfalls einen guten Beitrag zum Steam-Punk Ambiente und rückt das Studio im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht 😉

Dieser Beitrag sollte euch einen kleinen Eindruck von unserem neuen Rollenspielzuhause geben und einen Vorgeschmack auf das kommende Video zu diesem Thema geben. Es ist noch ein wenig was zu tun, aber weit mehr wurde schon geschafft. Ich freue mich jedenfalls bereits darauf euch die Früche dieser Arbeiten präsentieren zu dürfen!

In diesem Sinne uns allen noch einen schönen Tag und ne fetzige Adventszeit!

Bam!

senf

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6 Gedanken zu “[Pen&Paper Studio] Work, work…

  1. XD vielen Dank für die vielen Blumen.
    (das bedeutet nicht, dass du damit aufhören sollst…)
    Die Leistungen die wir erbracht haben können wir noch lange mit Stolz erzählen!
    So zB. dass ich bei 35 grad im Schatten den Putz so schnell, preziese und künstlerisch auf die Wand gebracht habe, dass er am Ende den stolzen Eigentümern des BundesRollenspielStudio gefiel. Und Micha, der zB bei über 40 Grad im Schatten eine gemauerte Wand mit Presslufthammer und ohne Gehörschütz zu Schutt und Asche verarbeitete. Oder die legendäre Episode, wie der Herr des Hauses in schwindeleregender Höhe sein handwerkliches Können unter Beweis stellte 😉
    Auch wenn ich zugegeben mit großem Stolz auf das Gesamtwerk blicke, hätte ich mich nie zur mithilfe überreden lassen, wenn ich geahnt hätte was für arbeit das werden würde.
    XD Als Warnung für zukünftige Hausbauer: Spart genübend Geld und bezahlt Profis für den Scheiß

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  2. Sehr spannend Bilder aus der Bauphase zu sehen, das vermittelt doch noch etwas besser den Eindruck, wie viel Arbeit ihr da rein gesteckt habt. Echt unglaublich, aber das Ergebnis ist mindestens genauso unglaublich 😀
    Habt ihr mal überschlagen, wie viele Arbeitsstunden das in etwas waren oder sprengt das jeden Rahmen?

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  3. Ich hatte es mal versucht.
    Zu beginn waren wir jeden Samstag und Sonntag da. das waren ca 6 Wochen.
    OK zu beginn konnten wir nicht viel machen, weil der Vorbesitzer noch drin war. Ergo Kleinzeug wie Tapetenabreisen und so.
    Dann ging es Rund:
    In der Intensievzeit hatte ich Ferien (6 Wochen Schulferien) und Micha hatte sich mehrere Wochen Urlaub genommen.
    Dann waren wir beide von 8 Uhr morgens bis (bestenfall) 17 Uhr Abends am schufften. Weil wir beide bescheuert sind, haben wir täglich maximal 30 Minutn Pause gemacht.
    Also ca 480 Std.
    Bis zum Einzug wurde noch geschafft und fertig sind wir noch lange nicht 😉
    *Zum Micha schau* oder habe ich mich verrechnet?

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      1. Aber alle Arbeiten warne darauf ausgerichtet, das Studio einzurichten 😉
        Die Stundenlangen arbeiten, die erforderlich waren, um Schlitze in die Wände zu kloppen um die Verkabelung verlegen zu können.
        Das Tagelange frickeln, um das Loch zu stopfen, dass die Treppe hinterlassen hatte. Ganz zu schweigen von den Trockenbau und Verputzarbeiten, um dieses verschwinden zu lassen.
        Die Meetings, Bauzeichnungen und Gesprächsrunden, um sich schlussendlich festzulegen wie, wo, was gebaut wird.

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