[Rollenspiel und Kleinkind] Teil 3: Was sich verändert hat… oder: Im Schatten des Schnullers

Grüße aus der Würfelzentrale,

vor etwa einem Jahr habe ich mich in meinem Beitrag [Rollenspiel und Neugeborenes] Teil 2: Baby on Board zum gleichnamigen Thema ausgelassen und Euch unsere Erfahrungen mitgeteilt.
Da inzwischen ja „etwas“ Zeit ins Land gezogen ist und unsere Maus derzeit ihren 14. Lebensmonat beschreitet (im wahrsten Sinne des Wortes), ist es wohl mal wieder Zeit für ein Update.schnuller Na gut, eigentlich wäre es längst Zeit gewesen… aber die Umstände… ich sag’s Euch 😉

Tatsächlich sieht es bei uns inzwischen so aus, dass wir lediglich noch eine einzige feste Runde pro Woche haben. Diese wird von uns mühevoll gepflegt, umsorgt, kultiviert und eifrig beschützt, so dass diese auch tatsächlich so gut wie jeden Mittwoch zustande kommt.
In der Spielleitung habe ich mich, nach der Geburt der Windelmaid, mit dem Reh immer wieder mal abgewechselt. Wer grade dran war hing davon ab wer grade die nervlichen und/oder körperlichen Kapazitäten hatte um sich einen Plot zu überlegen und so die mannigfaltigen Aufgaben eines guten Meisters wahrnehmen konnte.

Wie das zur Zeit überhaupt so funktioniert?
Unsere Tage sehen inzwischen zumeist so aus, dass der inzwischen entwöhnte Laktosevampir jede Form von tagsüber stattfindender Spielrunde quasi unmöglich macht. Ausnahmen davon würden einzigst die sporadisch stattfindenden Ompa-Tage (Oma & Opa Tage) bilden, aber diese werden eher zur notwendigsten Regeneration von Körper und Geist genutzt (Also: rumliegen, schlafen, entspannen, Serien gucken, usw.). Entsprechend spielen wir Abends wenn Ehlana im Bett ist und dies ist derzeit meist so ab 18:30 Uhr der Fall – vorausgesetzt die Maus ist Gesund, nicht in einem Wachstumsschub, bekommt grade keine Zähne und wird beim Schlafen nicht von Alpträumen geplagt.
Zum Glück geht es ihr aber meistens gut, so dass unsere Runden häufig ab 19:00 Uhr starten können.
Aufmerksame Zuhörer des Reh Channels bekommen mit, dass die Runden dann selten gänzlich Störungsfrei ablaufen. Natürlich will die Ehlana dann und wann mal etwas von uns – dies läuft aber in den meisten Fällen auf den Wunsch hinaus erneut mit dem Nuckie, Schnullie oder auch Beruhigungssauger gestöpselt zu werden. Gelegentlich vielen durch ihre Bedürfnisse dann auch mal Runden ins Wasser, oder mussten unterbrochen werden, aber das ist dann eben so. Unsere Spieler sind sich der Umstände alle bewusst und wenn die Kleine Dame mehr zuwendung braucht hat das natürlich Priorität.
…auch wenn sowas für Eltern natürlich trotzdem zehrend sein kann, zumal man diese Spielabende ja auch zur „Psycho-Hygiene“ nutzen möchte. Rollenspiel liefert was das angeht eine wunderbare Basis um mit den Herausforderungen, Entbehrungen und Problemen des Alltages etwas abschließen zu können und sich gedanklich gänzlich anderem zu widmen. Wenn diese Momente der Erholung dann mehrfach hintereinander ausblieben wurde es für uns teilweise nervlich sehr anstrengend und auslaugend, aber auch diese Durststrecken wurden überwunden und auf schlechte Zeiten folgten dann auch stets immer wieder Gute. Mal früher, mal später. Ich kann nur sagen, dass es von Woche zu Woche angenehmer wird.

Vor dem Baby-Impact hatten wir Spielrunden die mindestens vier Stunden dauerten und eigentlich sogar eher in Richtung der sechs Spielstunden gingen. Das ist inzwischen vorbei – unter der Woche sowieso – aber auch am Wochenende. Kleine Kinder halten von Konzepten wie Wochenende, Ausschlafen und Nachtruhe zumeist nicht viel, so dass die Nächte teils sehr turbulent sind und die Tage immer (wenn wir Glück haben mal erst um 7 Uhr… *heul*) früh beginnen.
Aus diesem Umstand heraus entwickelt man schon nach kurzer Zeit Verhaltensweisen die einen nicht mehr so spät ins Bett gehen lassen und die Phasen in denen man tatsächlich Schlafen kann bekommen den Status hochwürdigster Heilger zugesprochen. Bis morgens um 3 Uhr zocken macht jedenfalls keinen Spaß wenn der Mecker um 6 klingelt.

Wir hatten zeitweise auch überlegt die Kaiserin vom Duplo-Thron einfach mit am Tisch zu haben, jedenfalls tagsüber, aber das ist in unserem Falle nicht praktikabel. wp_20161203_11_05_25_proDavon ab, dass Prinzessin Wunderlich mit ihren Charakterbögen höchstens kreativ, aber nicht pfleglich umgeht, scheint sie das Spiel auch kaum ernst zu nehmen. Eine weitere Hürde ist die Sprachbarriere, denn wir wissen bislang leider nicht welche Sprache sie spricht, so dass die Actionen ihrer Charaktere wohl in der Regel von uns nicht so  interpretiert werden wie sie es wünscht… dies endet dann in Unmut auf allen Seiten, oftmals Geschrei und dann fliegen auch schon Stifte, Papier und Würfel durch den Raum. Also: Nein – wirklich keine gute Lösung.
Daneben zu sitzen kommt für Codename Puffelchen auch nicht in Frage, man möchte ja auch im Mittelpunkt stehen. Als Fazit kann man abschließend sagen… dafür ist ’se noch zu klein. Wir warten also einfach bis unsere Kleine zumindest mal sprechen kann…

Für mich als jungen Vater, ein Vater der die „Grundausbildung“ in Sachen Babypflege und Kleinkindunterhaltung inzwischen überlebt hat, war insbesondere die erste Zeit mit Ehlana sehr hart. Ein Vater hat zu einem Kind eine andere Beziehung als die Mutter und so wusste ich oftmals nicht so recht etwas mit dem frisch geschlüfpten Wesen anzufangen. Gekuschelt wurde fast immer nur mit der Mama, denn immerhin gab es dort Milch direkt vom Bälleparadies. Natürlich war es stets ein erhebendes Gefühl sein eigenes Kind zu halten oder zu betrachten, aber ich habe recht lange für eine Beziehung zu ihr gebraucht – dies hat mir zeitweise Sorgen bereitet.
Inzwischen ist das alles zum Glück vorbei und jetzt wo sie läuft, spielt, lacht, klettert, fechtet, feixt, ärgert, witzelt, brabbelt, krabbelt, baut, zerstört, malt, beobachtet, nachahmt und Wasser spuckt (das habe ich ihr beigebracht! xD) kann ich auch viel mehr mit ihr anfangen. Es ist einfach schön jemandem so kleinem die Welt zu erklären und zu eröffnen, die „Ersten Male“ mit ihr zu erleben und ihr auf kreative Weise zu zeigen warum es toll ist da zu sein. Aber nun genug emotionales Geschwurbel! *grunz*
Ich bin echt froh die ganzen alten LARP Sachen noch zu haben und bin überzeugt… wir beide, wir werden damit jede Menge Spaß haben! Dann können wis uns am Hundemonster vorbei rauf bis zum  Schlafgemach der Königing vorkämpfen und die Mama aus den Fängen des garstigen Bettes befreien – danach Kakao für alle. Ich würd sagen die Aussichten sind gut ^^

Dies von mir in diesem Beitrag! Natürlich beantworten wir auch gerne Fragen zu diesen Thema… also an Interessierte, vllt. noch jüngere Eltern, vllt. noch erhabenere weisere Eltern, oder an Jene die so mutig sind ebenfalls eigene Leute zu entwerfen… einfach immer raus damit 🙂

Macht et joot…

senf

 

 

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Ein Gedanke zu “[Rollenspiel und Kleinkind] Teil 3: Was sich verändert hat… oder: Im Schatten des Schnullers

  1. XD Immer wieder schön zu lesen, wie der stolze Papa die richtigen Worte findet.
    Ich als stolze (Paten)Tante habe die Entwicklung des kleinen Milchvampier miterleben dürfen.
    Es ist wirklich ein Wunder, wie Babys…Entschuldigung…Kleinkinder sich entwickeln. Was sie lernen. Auch lernen müssen.

    Für mich ist klar: Kinder sind toll, solange sie anderen gehören. Dann kann man sie nämlich wieder abgeben XD
    Diese kleinen Wesen sind so unberechenbar. Da spielt man so toll mit den Bauklözchen. Es wird gelacht und in die Hände geklatscht. Und von jetzt auf gleich beginnt es zu heulen und zu brüllen.
    Man verfällt schnell in die defensievhaltung eines Schulkindes „Ich war es nicht!!!“
    Mama weiß sofort Rat „die hat nur Durst“. NUR. Warum sagst sie das nicht…ach ja. Kann sie ja nicht.

    Für mich ist es besonder Interessant zu erleben, wie intensiev die hoch geschätzen Spielrunden gespielt werden. Dadurch dass dieses raren Stunden zu Edelsteinen unter den Kieselsteinen der Woche mutierten, gibt man sich noch mehr Mühe, in die fiktive Welt einzutauchen und die jeweiligen Charaktere mit Leben zu erfüllen.
    ^^ Ich genieße jede Runde. Auch wenn das Puffelchen hin und wieder Aufmerksamkeit verlangt oder wegen Krankheit, Zahn, Alptraum oder oder oder ein Abend abgebrochen werden muss.
    Der kleine Augenstern ist das ein und alles von Mama und Papa. Das wissen wir und auf sowas kann man nicht böse sein.

    In diesem Sinne:
    Lasst die Würfel rollen

    Gefällt 1 Person

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