Warhammer 40.000 [Hyperion Reihe] Charakterhintergrund: Orphan [3]

Schon seit mehreren Stunden war der Himmel kaum mehr zu sehen gewesen. Formation um Formation flogen die Jäger, Bomber, Shuttle und Transporter gefolgt von dichten Abgasstrahlen vorüber. Wann immer sich ein Riss in den endlosen Strömen von Luftfahrzeugen auftat konnte man die Positionslichter der gigantischen Schiffe sehen die im niedrigsten Orbit der Welt wie angekettete Raubtiere warteten.
Der Gleichschritt brachte den Boden zum Zittern. Die Millionen von beschlagenen Stiefeln traten Stoß für Stoß auf den noch frischen Plastbeton. Divisionen, Regimenter und Kompanien aus dem gesamten Imperium. Paradeuniformen getragen von stolzen Soldaten, behangen mit verdienten Auszeichnungen von ungezählten Schlachtfeldern. Die Standarten wehten im Wind der heißen Abgase.

Kilian Pollux liebte den Anblick. Liebte es die vielen treuen Männer und Frauen vor sich und seinen Brüdern zu sehen, während ihre Ceramitstiefel im gleichen Takt die Erde beben ließen. Die Kompanien seiner Legion marschierten in großen Blöcken. Alle waren sie dort um diesem Anlass einen würdigen Rahmen zu verleihen. Und würdig war es. Niemals waren so viele seiner Brüder gleichzeitig an einem Ort gewesen. Nicht nur seine Legion, auch die meisten der Anderen zusammen mit ihren Primarchen. Es war ein Augenblick den er niemals vergessen würde, der Höhepunkt des großen Kreuzzuges und vermutlich das letzte Mal, dass er den Herren der Menschheit zu Gesicht bekommen sollte. Seite an Seite hatten sie gekämpft, mehr der Ehre als man für ein Leben erwarten durfte.
Die einzige Erhöhung weit und breit war der Palast mit dem Balkon auf dem sie alle standen. Der bloße Anblick schien die Autosinne des MK IV Helmes beinahe zu überlasten. Direkt neben dem Herren der Menschheit, welcher von allen geliebt wurde, stand er. Sein Genvater in all seiner Pracht. Er lächelte den Mengen zugewandt, als die Helme der gerade vorüber schreitenden gleichzeitig zum Gruß der Prächtigen herüber ruckten. Kilian blickte buchstäblich zu ihm auf, er würde alles für ihn tun. Der Imperator war mehr als wundervoll, aber zu fern um ihn wirklich zu kennen. Der Kriegsmeister, immer noch ein ungewohnter Titel, war ihm und seinen Brüdern viel näher. Es wirkte fast als wäre er einer von Ihnen, der beste wohl, aber dennoch ein Lunar Wolf von den Steinharten Sohlen der Servostiefel bis zum Scheitel. Er hatte es schon immer gekonnt, die Menschen um ihn herum für sich zu gewinnen. Vielleicht war das seine größte Stärke und das obwohl er im Kampf einer Naturgewalt glich.
Grade setzte wieder einer der vielen hundert Titanen der Schmieden des Mars eines seiner machtvollen Beine auf den Boden auf. Ein weiterer Schlag der den nur für diesen Anlass gegossenen fünf Kilometer breiten Pfad des Sieges mit tiefen Rissen versah. Auf beiden Seiten waren die Köpfe von Grünhäute auf Lanzen gesteckt, jeden Meter eine, fünfhundert Kilometer weit.
Die Gottmaschinen durften nicht im Gleichschritt marschieren, da dies aus tektonischer Sicht für die Triumphwelt zu viel gewesen wäre. Die Folgen wären nicht absehbar gewesen. Es waren so viele dieser gigantischen Läufer, dass die unaufhaltbaren Schritte sich fast zu durchgehendem Donner vermengten und die abertausenden von Panzern im Sturm des Lärmens nicht mal zu hören waren.
Sergeant Pollux grinste unter seinem Helm, seine beiden Herzen schlugen im Takt des Marsches. Sie schlugen für den geliebten Imperator, seine unbesiegbaren Söhne und den Großen Kreuzzug der das Imperium wieder vereinen sollte. Eines noch fernen Tages würde es sicherlich einen noch größeren Triumphmarsch geben, eines Tages wenn die letzte Welt zurück in den Schoß der Menschheit gekehrt sein würde. Er hoffte er würde diesen Tag erleben, aber selbst wenn nicht – sein Leben wäre diesen Preis wert. Er würde diesen Tag niemals vergessen.

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