Pathfinder – Die Kadaverkrone – Charaktere – Anja Rabenschnabel

(Quelle: http://selenada.deviantart.com/)

Name: Anja Rabenschnabel
Gesinnung: Neutral Gut
Volk: Mensch
Alter: 19
Körpergröße: 1,61
Gewicht: 45 kg
Haarfarbe: braun
Augenfarbe: grün
Gottheit: Epona

Klasse: Druidin (9) – Hüter der Natur (5)
Stufe: Stufe 14
Begleiter: Patiris der Königstiger, Stufe 14
Info: Wissenschaftlicher Name des Königstiger: Panthera tigris tigris
Heimatort: Ustalav
Eltern: Barron und Adriana
Geschwister: älterer Bruder Thybalt, ältere Schwester Magarethe
Besonderes: Wurde wiedergeboren nachdem sie in einem unheiligen Tempel der Urgatoa verbrannte. Sie leidet unter Gedächtnisverlust!

Zusatzmaterial:

1. Dokument: Als sie in das Feuer fiel2. Charakterbogen: Anja Charakterbogen
3. Begleiterbogen: Anja Begleiterbogen Großkatze

Hintergrundgeschichte:

Noch immer gab es Nächte, in denen Anja weinend aufwachte. In diesen Nächten weinte sie leise in ihr Kissen und hoffte, dass die Träume sie irgendwann nicht mehr quälen würden. Wenn sie dann wimmernd in ihrem Bett lag, war sie froh, alleine in der Dunkelheit zu sein. Die tiefe, schwarze Dunkelheit, die ihr Trost und Schutz gab. Die Dunkelheit, die seit ihrer Kindheit von den anderen Menschen in Ustalav verflucht wurde. Von klein auf wurden Anja, ihren Geschwistern und allen anderen Kindern aus den Dörfern von Ustalav die Wahrheit über die Grausamkeiten erzählt, die in der Dunkelheit lauern. Leute von außerhalb taten die Ammenmärchen ab. Doch die Menschen, die in dieser Welt aus Monstern und Schrecken lebten, waren sich dieser grausamen Realität bewusst.

Anja wurde als drittes Kind geboren. Mit ihrem älteren Bruder Thybalt hatte sie nur wenig Kontakt. Er verließ die Familie und das Dorf, sobald er alt genug war, in die Welt aus zu ziehen. Anja war da gerade 5 Jahre alt gewesen. Sie hörten und sahen nie wieder etwas von ihm. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Magarethe und ihrer Mutter Adriana kümmerte sich Anja um Haus und Hof. Sie waren keine reiche Familie und auch keine arme. Ihr Vater Barron verdiente als Waldarbeiter genug, um „seine Frauen“ zu versorgen. Ihre Mutter sorge mit Herz und Verstand immer dafür, dass die Speisekammer gefüllt, der Tisch gedeckt und die Familie eingekleidet war.

Entgegen der üblichen Rieten und wohl auch, weil ihre Mutter keine Einheimische war, wurden die Töchter nicht im Glauben der Göttin Meduna erzogen, sondern der Naturgöttin Epona. Die Überzeugung, dass der Tod immer und jeder Zeit auf die Menschen lauern könnte, war der Mutter zu wieder und sie tröstete sich und ihre Kinder mit den Glauben an Mutter Natur:
Alles hat seinen Zweck und alles hat seinen Sinn. Natur ist immer und überall. Damit tröstete sie auch die kleine Anja, die eines Tages zerschlagen und weinend nach Hause gelaufen kam. Sie hatte mit den Kindern im Dorf einen Streit, weil diese von den Schauergeschichten erzählten, die ihnen ihre Eltern beibrachten. Die Geschichten über die blutrünstige Dunkelheit und den gefräßigen Schatten. Klein Anja wollte den anderen erklären, dass nicht die Schatten und die Dunkelheit das Gefährliche sind, sondern die Monster die sich in ihnen verbergen. „Die Dunkelheit ist lieb. Wenn du Angst hast, kannst du dich in ihr verstecken. Da finden dich die Monster nicht!“ Ihre Mutter gab klein Anja an diesem Tag einen Talisman. Ein Lederband an dem ein Onyx Anhänger befestigt ist. In diesen Stein ist das Zeichen von Epona graviert. „Die Welt ist groß und viele verstehen sie nicht, meine kleiner Schatten. Fürchte dich nicht vor dem, was Epona uns gibt. „Nie hat sie den wissenden und liebevollen Blick vergessen, den sie ihr in diesem Augenblick schenkte. „Die Menschen, die die Sonne lieben, fürchten oft den Schatten. Doch Epona sorgt mit ihren Bäumen für Schatten. Warum soll er also schlecht sein?“ Ohne Zögern und mit Überzeugung in ihrer Stimme, band die Mutter klein Anja das Band um den Hals: „Dieser Talisman ist Epona geweiht und ist schon seit Generationen in Familienbesitz. Er soll dich beschützen und dir in schweren Momenten beistehen.“

Von da an scheute Anja die Schatten nicht mehr. Trotz allem Misstrauen und aller Vorurteile im Dorf, gab sie sich der Dunkelheit hin, um den anderen zu beweisen, dass auch gutes in ihr ist! Sie sprach mit Druiden, Zauberern, Heilern und vielen Menschen und Wesen, die sich dem Übernatürlichem und dem Guten zugewandt hatten. Sie lerne den Umgang mit Waffen und verschlagen viele Bücher, um ihr Wissen zu mehren. Ihre Mutter und ihr Vater hielten immer zu ihr. Doch ihre Schwester begann Anja zu meiden.

Das Leben war hart, aber für Anja war es das einzige Leben, das sie kannte und sie war glücklich. Bis zu dem Tag im Herbst, als sie gerade ihren 12 Geburtstag hinter sich gelassen hatte. Im Dorf gingen neue Geschichten um. Von einem Stier aus Eisen, der die Nachbardörfer angegriffen haben sollte. Von vielen Opfern war die Rede.

Dann kam der Morgen, von dem Anja immer wieder Träumte. Sie konnte sich an alles erinnern, an jede Kleinigkeit. Die Sonne ging gerade auf. Es war einer der wenigen Tage, an denen das Licht bis zum Boden reichte. Das Laub lag golden am Boden und es roch nach nasser Erde und Moos. Ihre Familie war wie jeden Morgen vor ihrer Hütte versammelt um sich für den Tag von ihrem Vater zu verabschieden, der in die Wälder musste. Ihre Mutter hielt den Proviantbeutel fest. Ihr Vater hatte ihr und ihrer Schwester einen Abschiedskuss gegeben und schaute jetzt zu seiner Gattin. Liebevolle, geflüsterte Abschiedsworte und ein zarter Kuss bewiesen jeden Morgen, wie sehr sich die beiden noch immer liebten. Dann hörte man die ersten Hilferufe. Es wurden immer mehr. Sie wurden lauter und panischer. Ihr Vater griff seine Axt fester und befahl seiner Familie, sich in der Hütte zu verstecken. Entschlossen lief er den Kampfgeräuschen entgegen. Anja wehrte sich gegen den Griff ihrer Mutter, schnappte sich ihre Sense und lief ihrem Vater hinterher. „Ich kann helfen,. Keine Angst Mutter, ich werde Vater beistehen“. Ihre Mutter nickte ihr noch ermutigend zu und rief ihr hinterher „Passt auf euch auf. Bei Epona. Kehrt zu mir zurück!“ An diesem Morgen sah sie das letzte Mal ihre Mutter lächeln.

Der Kampflärm kam vom westlichen Dorfrand. Anja verlor im Gedränge ihren Vater aus den Augen. Die Leute liefen panisch durch die Gegend. Die einen liefen vom Kampfplatz fort und die anderen eilten zur Hilfe hin. Dann bemerkte Anja noch was anderes. Gedämpft hörte sie ein rumoren und poltern und Geräusche, als würde man Steine zerschmeißen. Viele Dorfbewohner riefen ihr zu, sie solle umkehren und sich in Sicherheit bringen. Doch sie wollte allen beweisen, dass der Schatten ihr Freund und Helfer ist. Vor allem jetzt, da es helligster Tag war und ein Monster sein Unwesen trieb.
Es kam alles anders.
Anja kam am Dorfrand an und sah dieses Ungetüm. Ein Gigantischer Stier, der nur aus einer lebenden Rüstung zu bestehen schien. Seine Augen leuchteten und seine Nüstern spien Rauch aus. Er stand in einem Feld aus Geröll und kleinsten Steinen. Anja verstand nicht, woher dieses Steinfeld kam. An dieser Stelle war zuvor die Schafweide von Bauer Hirt. Die tapferen Männer des Dorfes hatten sich 20 Meter vor dem Stier aufgestellt. Sie bildeten eine natürliche Mauer zwischen dem Ungeheuer und dem Dorf. Dort entdeckte Anja auch ihren Vater. Sie eilte zu ihm hin. Angstschweiß, Männergebrüll und der feine Kieselstaub in der Luft ließen sie zögern. Etwas ließ ihre Entschlossenheit schwanken.
Als sie sich an die Seite ihres Vaters gekämpft hatte dauerte es einen Moment, bis er sie erkannte und erschrocken reagierte. Er brüllte sie an, sie solle sofort verschwinden. Niemals zuvor hatte sie ihren Vater so gesehen. Er war der Mann in ihrem Leben der niemals Angst hatte. Er war ihr Fels in der Brandung, der niemals schwäche zeigte. Doch in diesem Augenblick sah sie nur seine, vor Panik verzerrte Fratze. Einen Atemzug später, gerade als sie ihm Antworten wollte, brach die Hölle los. Der Stier lief los. Er rannte auf die Reihe der Männer zu. Ihr Vater erkannte, dass es zum Weglaufen zu spät war und warf seine Waffe weg. Er fiel vor Anja auf die Knie und umhüllte sie Schützend mit seinem Körper. „Keine Angst, mein kleiner Schatten“ flüsterte er ihr noch liebevoll ins Ohr und drückte sie an sich. Anja verstand nicht. Sie wollte sich befreien und schaute ihrem Vater über die Schulter. In dem Moment spie der Stier eine Wolke aus seinen Nüstern, die nicht nur die beiden, sondern auch noch 4 weitere Männer erfasste. Ihr Gesicht schmerze. Sie brüllte. Doch ihr Vater blieb stumm.
Entsetzt erkannte sie als sich die Wolke senkte, dass Ihr Vater und die anderen Männer zu Stein erstarrt waren. Der Stier rannte ungebremst durch die Reihen der Statuen und zermalmte sie zu Staub. Wie durch ein Wunder, blieb Anja unversehrt und lag zwischen Steintrümmern am Boden. Der Stier, der die nächsten Männer ins Visier nahm, spie erneut eine Wolke giftigen Nebel. Verzweifelt betete Anja zu Epona. Der Wind, der aufkam, sorgte dafür, dass wieder nur ihr Gesicht von der Wolke gestreift wurde. Vor Schmerz wurde sie an Ort und Stelle ohnmächtig.

Anjas Träume machten an dieser Stelle immer einen Sprung. Sie wusste, dass die nachfolgenden Ereignisse Tage später eintrafen. Doch die Träume waren grausam. Es war jedes Mal so, als wäre alles Schreckliche in ihrem Leben, an nur einem Tag geschehen.

Sie erwachte in ihrem Bett. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Leises Weinen in der Dunkelheit brachte sie ins Leben zurück. Ihre Schwester, die mit einer Schale frischem Wasser ihr Zimmer betrat, schaute sie überrascht an. „Du hast es überlebt? Warum du?“
Tagelang erholte sich Anja. Ihre Schwester sprach nur das nötigste mit ihr und ihre Mutter bekam sie nicht zu Gesicht.

Eines Nachts wurde sie wach, weil das Weinen in ihrem Zimmer war und Tränen auf ihre Hände fielen. Ihre Mutter kniete neben ihrem Bett, hatte ihre Hände umfasst und ihre Stirn darauf gebettet. Angst und Verzweiflung erfüllten den Raum, so das Anja kaum Luft zum Atmen hatte. Als ihre Mutter dass bemerkte und ihr in die Augen sah, hätte Anja am liebten lauf geschrien. So viel Schmerz lag im Gesicht ihrer Mutter! „Mein süßer, kleiner Schatten. Verzeih mir. Sowie die Blumen ohne Sonne nicht wachsen können und der Tag nicht ohne Nacht existieren kann, so kann ich nicht ohne deinen Vater weiterleben.“ Sie hielt einen kleinen, rauen Stein hoch, der die Größe und Form ihres kleinen Fingers hatte.
Während sie ein Lederband hervorzog und es liebevoll mit komplizierten Mustern um den Stein knotete, sprach sie weiter. „Dies ist alles, was von meinem Geliebten Barron übrig ist.“ Sie legte die Kette in Anjas Hände. „Gib auf dich Acht, mein kleiner Schatten. Ich bete zu Epona, das du ein langes und glückliches Leben haben wirst“. Sie stand auf, strich ihr noch einmal über den Kopf und schaute ihr in die Augen. Dann schlief Anja wieder tief und fest ein.

Später erfuhr und verstand Anja vieles. Ihre Mutter ging an diesem Abend zum leeren Grab ihres Vaters, legte sich darauf und starb. Die Leute im Dorf erzählten sich, dass ihr gebrochenes Herz nicht mehr weiter schlagen konnte, nachdem ihre wahre Liebe dem Gorgonen zum Opfer gefallen war.

Der Gorgone, der riesige Stier, verschwand aus dem Dorf und aus ihrer Gegend. Immer wieder drangen Geschichten und Gerüchte bis zu ihrem Dorf vor. Sein giftiger Fluch, Fleisch in Stein zu verwandeln, hinterließ seine Zeichen. Viele Menschen und auch Vieh aus Tamrivena verloren ihr leben. Anja war an diesem Tag eine der wenigen überlebenden, die sich im freien aufhielten. Ihre linke Gesichtshälfte war vom Atem des Gorgonen berührt worden und zu Stein geworden. Von Professor Lorrimor, der kurze Zeit später in ihr Dorf kam, weil er von der Überlebenden des Gorgonenangriff erfuhr, nahm sie unter seine Fittiche und klärte sie über den Fluch auf. Er interessierte sich auch für ihren Wunsch, mit den Zaubern der Schatten Gutes zu tun und förderte sie.

Drei Jahre blieb ihre Schwester Magarethe noch bei ihr. Sie sagte es zwar nie, doch ahnte Anja, dass ihre Schwester sie insgeheim für den Tod ihrer Eltern mitverantwortlich machte. Magarethe verließ sie eines Tages. Sie verließ das Dorf zusammen mit ihrem Ehemann, den sie kurz zuvor geehelicht hatte. „Du bist jetzt die Besitzerin von Haus Rabenschnabel. Lebe wohl“ Ihre Geschwisterliebe war an dem Tag, als ihre Mutter starb zu Eis erstarrt.

Die Träume zeigten Anja immer wieder den Schmerz des Verlustes, wie Liebe zu Verzweiflung wurde und die Grausamkeit des Lebens. Doch schenkten ihr die Schatten der Nacht immer wieder Trost. Denn als das Unglück seinen Lauf nahm, schien die Sonne.

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