Über uns – Butzi

Butzi

Quelle: Butzi

Gespielte Charaktere:
Infos zur Person

Es war ein sonniger Sonntagnachmittag irgendwann im Januar 1991. Die Tagesschau berichtete davon, dass George Bush ins vom Irak besetzte Kuwait einmarschieren wolle und ich hatte unseren gesamten Haushalt (Familie plus die im 1. Stock angesiedelte WG) dazu überredet, am Wohnzimmertisch zusammenzukommen, um diese verrückte Sache „Rollenspiel“ auszuprobieren.

Schon als Kind waren mir immer die coolen Cover von irgendwelchen DSA-Produkten im Spielzeugladen aufgefallen und auch die Miniaturen hatte ich mit großen Augen gesehen. Was genau dieses finstere Auge für ein Spiel sein sollte, ahnte ich noch nicht. Als dann schließlich Ende 1990 ein neuer Untermieter in die WG in unserem Haus an der holsteinischen Ostseeküste zog, brachte er Regale voller Bücher mit, die den Geruch von Abenteuer trugen: Altes Papier, Kaffee und selbstgedrehte Zigaretten.

Ich war völlig aus dem Häuschen: Hier war plötzlich jemand, der mich – einen dicklichen Teenager – einführen konnte in die geheime Welt des Rollenspiels, der all die Fragen, die ich nie zu stellen wagte, beantworten würde! Zwar verhielt sich Peter weit weniger wie ein weiser Meister Yoda (ich erinnere mich an gelangweiltes „Yo, wenn du Lust hast, kannst du die Sachen ja mal lesen.“), aber er war ein Rollenspieler alter Schule und machte mich mit den wichtigsten Grundlagen vertraut. Viel wichtiger war freilich seine umfangreiche Bibliothek, aus der ich mich gierig bediente. Und während ich AD&D Monsterhandbücher und ZauberZeit Ausgaben verschlang, bekniete ich Peter, doch einmal zu meistern. Irgendwann gab er nach und erklärte sich bereit, eine Runde Midgard zu leiten. Aber ich müsste für Spieler und Charaktere sorgen!

Ich nahm wie gesagt unseren Haushalt in Sippenhaft und verwendete Tage darauf, für jeden einen Charakter zu bauen. An das Abenteuer kann ich mich kaum erinnern und auch die Begeisterung meiner Mitbewohner war ausgesprochen mäßig (ich glaube Runa nahm es mir übel, dass sie einen übergewichtigen Waldläufer spielen musste), aber ich hatte den ersten Schritt in eine größere Welt getan!

Der nächste Schritt führte mich zu Fantasia, dem Rollenspielladen in der Medusastraße (kein Witz!) in Kiel. Hier roch es noch mehr nach Abenteuer (will sagen, nach altem Papier, Kaffee und selbstgedrehten Zigaretten) und wie Dagobert Duck in Taler, tauchte ich kopfüber ein in die Welt der Phantasie! Der Rest ist Geschichte. Ich erzählte Freunden davon und scharte eine Gruppe Spielwilliger um mich. 2 Jahre später gründete ich im örtlichen Jugendzentrum eine Rollenspiel-AG, die – bezuschusst durch Fördertöpfe der Jugendarbeit – bis zu 4x die Woche diverse Systeme testen konnte. Eine schöne Zeit war das, in der wir in den Sommerferien fast täglich bis zum Morgengrauen spielten. [Das Reh: Das klingt wirklich toll!]

Zum Ende der Schulzeit fand ich auch noch zum LARP und betrieb es fast 10 Jahre lang, bis es nach und nach seinen Reiz für mich verlor. Doch Pen & Paper? Dieser Liebe bin ich seither stets treu geblieben! Die meiste Zeit habe ich dabei als Spielleiter verbracht. Was vollkommen in Ordnung ist, da mir das Erschaffen von Welten und das Erzählen von Geschichten immer die meiste Freude bereitete. Das System, das ich mit Abstand am meisten gespielt habe und auch nach wie vor am besten finde, ist das in den 90ern sehr populäre Rolemaster. Kein anderes System ermöglicht es mir, meine Vorstellungen und Abenteuer so gut in ein Spiel umzusetzen!

Was gibt es sonst noch für so einen Blog Wissenswertes über mich zu berichten? Ich bin glücklich mit dem Nerdmädchen meiner Träume verheiratet, das ist auch der Grund, weshalb ich vor 10 Jahren die Waterkant gegen das possierliche Bonn am Rhein getauscht habe. Neben dem Rollenspiel ist meine zweite große Leidenschaft meine Tribal Gruppe Baghira. Die Kurzfassung? So eine Art orientalischer Improvisationstanz, alles andere sagt euch Google. Außerdem höre ich gern Hörspiele und -bücher, liebe Katzen und Schafe, mag nerdige Brettspiele und Serien, schaue Bollywoodfilme und Musicals mit Gene Kelly und moderiere orientalische Tanzshows. Und ich leite mit großem Stolz seit 10 Jahren durchgängig jeden Donnerstag bei mir zu Hause eine Rollenspielrunde.

Auf den Bundesrollenspielkeller stieß ich ganz zufällig, als Das Reh auf einem Forum neue Mitspieler anwarb. Und weil der Keller in Echt noch viel cooler als in den Videos ist, bin ich froh, mit an Bord zu sein und sogar selbst auf dem mit großer Verantwortung belegten Spielleiterplatz sitzen zu dürfen!

Nachdem meine Mitspieler panisch auf den Versuch reagierten [Das Reh: Oh ja, panisch beschreibt es ganz gut O.O], ihnen das für seine zahllosen Tabellen bekannte Rolemaster näherzubringen, haben wir uns jetzt stattdessen für MERS (Mittelerde Rollenspiel) entschieden. Ebenfalls in den 80ern entwickelt ist dies der kleine Bruder von Rolemaster, der zwar der gleichen Spielmechanik folgt, dabei jedoch deutlich simpler und einsteigerfreundlicher ist. Da mir Mittelerde allerdings als Hintergrund für meine Kampagne nicht zusagt, habe ich kurzentschlossen die Welt Pharos erfunden, auf der wir nun spielen.

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